Yoga & Achtsamkeit


“Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an.”

Marc Aurel

Wie Yoga wirkt

 

Yoga ist eine alte indische Philosophie und Lebenskunst, die aus dem mensch-lichen Bedürfnis entstanden ist, sich selbst und die Welt zu verstehen und Leid zu verringern. Beide Ziele sind untrennbar miteinander verbunden. Das kom-plexe Weisheitssystem, das sich daraus über viele Jahrhunderte entwickelt hat und bis heute lebendig ist, ist undogmatisch und durch seine vielen Spielarten für jeden auf eigene Weise nutzbar.

 

Der wichtigste Bestandteil von Yoga ist die Achtsamkeit, die durch die Verbindung von Körper, Atem und Bewusstsein entsteht. Die positive Wirkung der Achtsamkeit auf die Gesundheit von Körper und Seele ist schon nach kurzem Einüben als Entspannung bei gleichzeitiger Klarheit wahrnehmbar und in vielen Studien wissenschaftlich belegt. Achtsamkeit löst vom reflexartigen Reagieren und führt zu neuer Offenheit in der Betrachtungs- und Handlungsweise. Gerade in leidvoll erlebten Situationen, aus denen die erprobten Wege zu keiner Verbesserung führen, ist sie der entscheidende Schlüssel für Veränderung.

Achtsamkeit als Ressource

 

Bei jeder kleinen Irritation und bei jedem größeren Tiefschlag nutzen wir ganz selbstverständlich unsere vorhandenen psychischen Kräfte, um uns selbst zu regulieren und wieder in einen angenehmen Zustand zurückzufinden. Es gibt aber auch Situationen im Leben, bei denen wir nicht ohne weiteres wieder in die alte Bahn zurückfinden und Hilfe von außen brauchen. Manchmal sind es auch unsere gelernten und wenig sinnvollen Verhaltensweisen, die uns im Dauerzustand der seelischen Belastung verharren lassen. In beiden Fällen erleben wir uns als hilflos und ausgeliefert.

 

Wenn die Freude am Leben verloren gegangen ist und die Gedanken sich auf eine sorgenvolle Zukunft richten, befreit der neutrale Blick auf den gegenwärtigen Moment aus dem inneren Gefängnis und lässt aufatmen. Die Starre angesichts einer scheinbar nicht zu bewältigenden Herausforderung löst sich und wir finden zurück zum sinnorientierten Handeln.